EIGEN + ART Lab

Kunst(galerien) haftet häufig ein etwas elitäres Kenner-Image an. Wer sich nicht auskennt, fühlt sich schnell wie der unwissende Banause, der seine Hausaufgaben nicht gemacht hat. Dass das nicht sein muss, beweist der Projektraum EIGEN + ART Lab in der Torstraße.

Hier muss man kein Kunstkenner sein, um eine Meinung haben zu dürfen. Schön oder scheußlich – alles ist erlaubt. Auf jeden Fall polarisieren die Ausstellungsstücke, so viel ist sicher.

Wir haben Johanna Neuschäffer und Anne Schwanz in ihrer Galerie getroffen und sie nach Ihrer Motivation und Ihren Zukunftsplänen befragt.

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Foto: Anne Schwanz (li.) und Johanna Neuschäffer (re.)

rotor218: Was macht EIGEN + ART Lab genau?
Nach drei Jahren in der Ehemaligen Jüdischen Mädchenschule ist das EIGEN + ART Lab seit 2015 hier in den Räumen in der Torstrasse 220. Als verlängerter junger Arm des EIGEN + ART in der Auguststraße, machen wir hier nicht nur klassische Ausstellungen mit zeitgenössischer Kunst, sondern auch Talks, Performances oder interessante Interim-Projekte. Anne Schwanz und ich arbeiten seit 10 Jahren in der Galerieszene. Vorher haben wir in der Hauptgalerie gearbeitet. Hier im Lab wollen wir jungen Künstlern eine professionelle Plattform geben mit der Message: Probiert Euch aus! Seid mal ein bisschen mutig und macht etwas Neues.

Was reizt Euch an der Kunst?
Vor allem die Faszination an den Künstlern. Du triffst immer wieder auf neue Einstellungen, Perspektiven und Blickwinkel auf Wertigkeiten des Lebens. Und es ist spannend, was man mit Kunst bewegen kann. Kunst polarisiert. Unsere erste Ausstellung „Its oh so cute“ hat zum Beispiel wirklich viel Presse bekommen. Viele fanden es toll, einige fanden es schrecklich. Und das ist genau, was wir mit unseren Ausstellungen im EIGEN + ART Lab wollen: Wir wollen Fragen aufrütteln und wir wollen, dass man sich unterhält. Das man eine Meinung hat, auch wenn man vielleicht keine Ahnung hat.

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Was kann man sich zur Zeit bei Euch anschauen und was kommt als Nächstes?
In der Regel wechseln unsere Ausstellungen im Turnus von drei bis sechs Wochen. Dazwischen haben wir regelmäßig kleinere Aktionen und Projekte. Diese Woche haben wir die Ausstellung „Citizen in the Making“ von dem israelischen Künstler Assaf Gruber eröffnet. Neben seinem neuesten Filmprojekt werden Skulpturen und Objekte gezeigt. Anfang Mai haben wir im Rahmen des Gallery Weekend Berlin eine Ausstellung des Malers, Ross Chisholm. Was gerade läuft, erfahrt Ihr am Besten über Instagram oder unsere Facebookseite.

Wer kommt zu Euch?
Wir haben keine festgelegte Zielgruppe. Bei uns ist Kunst bezahlbar und jede Meinung ist erlaubt. Deshalb sind auch die Menschen, die zu uns kommen sehr durchmischt: Von jungen Kunstinteressierten bis zu Sammlern und Kuratoren, die etwas vom aktuellen Puls der Kunstszene mitkriegen wollen. Wir versuchen vor allem junge Leute anzusprechen, die etwas über Kunst erfahren wollen, aber vielleicht nicht unbedingt das Budget haben. Oder die, die von sich sagen: Was soll ich in einer Galerie? Ich hab keine Ahnung von Kunst! Berlin ist so voll von Kunst – Wenn man sich herantasten möchte, ist man bei uns herzlichst willkommen.

Eure Lieblingsspots in und um die Torstraße?
Im Schmitz sind wir regelmäßig zum Fußballgucken. Das Themroc und die Anna Hirsch Bar sind die besten Orte zum Weintrinken und Versacken. Und das 3 Minutes ist super zum frühstücken – da kriegt man die besten Eggs Benedict! Wir sind wirklich richtige Torstraßen-Menschen.

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(EM)

EIGEN + ART Lab

Torstraße 220
10115 Berlin
U6: Oranienburger Tor

Öffnungszeiten: Mo-Fr 14-18 Uhr, Sa 11-18 Uhr
Tel.: 030/308 779 40
lab@eigen-art.com
www.eigen-art.com/lab

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